Warum KünstlerInnen, DirektvermarkterInnen und kleine regionale Unternehmen wichtig sind!

Diese Digitalisierung regt mich auf. Nichts ist mehr so, wie es war. Alles muss nun digital laufen. Keine schönen Momente, alles wird in den sozialen Medien verbreitet. Keiner spricht mehr mit dem anderen. Und dann noch die ganzen Anforderungen. Ich sage nur: DSGVO. Was für ein Aufwand für einen kleinen Betrieb. Das kann sich doch keiner leisten.

Das ist eine sinnbildliche Zusammenfassung vieler meiner Kundengespräche der letzten Wochen.

Was wahrzunehmen ist, ist eine immense Überforderung mit einer Themenflut, die bisher gerne ausgeklammert wurde und nun dadurch, dass es „neue” rechtliche Anforderungen gibt, mit voller Wucht zuschlägt.
Webseiten werden vom Netz genommen, Rückzüge in den Wald bekannt gegeben und Facebook, Ursprung allen Übels in den Käfig zurückverbannt.

Die Box der Pandora ist schon längst geöffnet!

Viele Betriebe wünschen sich, dass alles so bleiben kann, wie es ist. Der Künstler möchte einfach nur Kunst kreativ gestalten und ein regionales Unternehmen möchte nur eines: regionale, gute und am besten zahlungskräftige Kunden. Direktvermarkterinnen sind eigentlich den ganzen Tag damit beschäftigt, ihre Produkte herzustellen. Was sich alle wünschen wäre: wenig Marketing. Wenig Verwaltung. Und Digitalisierung, so scheint es, ist der große Feind im Land der Ruhe.

Aber was ist Digitalisierung überhaupt und ist sie, bei allem Rückzug, aus unserem Leben überhaupt noch wegzudenken? Und wenn sie nun schon mal da ist, die Digitalisierung – wie könnte man sie als kleines Unternehmen, als Künstlerin, wie als Direktvermarkter so nutzen, dass sie Freude macht, anstatt Frust zu schaffen?

Was ist Digitalisierung?

Digitalisierung ist, allgemein und mit den Worten Wikipedias erklärt, “die Aufbereitung von Information zur Verarbeitung und Speicherung in einem digital technischen System”. Dabei liegt  Information zunächst analog vor und wird dann umgewandelt in ein digitales Signal. So viel zur Theorie. In der Praxis sieht das – vereinfacht erklärt – so aus:

Immer dann, wenn Sie

  • ein Dokument am PC erstellen
  • eine E-Mail schreiben
  • ein App benutzen
  • Fotos mit Ihrer Digitalkamera machen
  • Ihre Bankgeschäfte erledigen

nutzen Sie die Möglichkeit von ihnen erstellte (analoge) Information in digitale Information umzuwandeln und sind damit Teil der Digitalisierung. 

Digitalisierung, das kann man ehr deutlich an den unterschiedlichen Beispielen sehen, hat zunächst mal nichts mit “online” zu tun, trotzdem hängt beides – zumindest in den Köpfen – zusammen.
Sie speisen Ihre Daten in ein System und am anderen Ende der Leitung passiert das, was Ihre Absicht war. Geld wird von A nach B transferiert und Ihre Lektorin bekommt die Korrekturfahnen Ihres Buches per E-Mail.
Ihre Mitarbeiter werden bei der Krankenkasse gemeldet, Sie erhalten Anfragen und Angebote und – zugegebenermaßen – eine ganze Menge an Information, die eigentlich keiner wirklich braucht.

Liegt das wirklich an der Digitalisierung?

Ist die Digitalisierung “schuld” daran, dass es Spammer gibt, “schuld” daran, dass jeder meint Expertin of irgendwas zu sein?
Ist es die Digitalisierung, die dafür sorgt, dass Menschen nicht mehr am Feuer sitzen, nicht mehr lachen, kleine Läden keine Umsätze machen und sich nicht gesehen fühlen?  
Macht uns das Digitale unverbindlich, kontaktlos, beziehungslos?

Ich für meinen Teil bin davon wenig überzeugt. “Das Digitale” ist erst mal nur analoge Information in digitaler Form gespeichert, was dann irgendwann mit der Komponente “online” verbunden wurde. Also folgte der Möglichkeit Daten digital zu speichern eine logische Konsequenz: Daten werden auf kurzem Wege ausgetauscht.
Dahinter sitzen nach wie vor Menschen. Und Menschen sind die, die oft nicht in der Lage sind, zu kommunizieren. Das hat vielschichtige Gründe und würde hier den Artikel sprengen. Fakt ist (zumindest in meiner Welt), dass es Empfänger und Sender obliegt, auch außerhalb der digitalen (oder virtuellen) Welt in Beziehung zu treten.
Was hier allerdings offensichtlich wird:
wir haben vor Jahren Neuland betreten. Und wie das so ist, beim Betreten von Neuland: Gesetze und Rahmenbedingungen sind noch nicht definiert, aber alles glitzert und ist spannend, wild, unbekannt. Der Sog ist riesig, überall ist ein bisschen Chaos und in diesem ganzen Durcheinander blüht so einiges recht schön, was sich später als giftiges Pflänzlein entpuppt. Die Faszination ist groß und damit auch die Verweildauer in digitalen Systemen, die online miteinander in Verbindung stehen. Rette sich, wer kann!

Die Digitalisierung macht uns alles kaputt!

Aus meiner Sicht kann ich hier nur mit einem entschiedenen NEIN! antworten. Allerdings bedarf dieses NEIN! einer guten Basis. Sie brauchen ein gesundes Selbst – Verständnis und Sie müssen sich Ihres Werts gewahr werden.

Dann schafft Digitalisierung in Kombination mit Online verbundenen Systemen Chancen.
Und zwar ganz anders, als sie sich das vielleicht vorstellen. Denn: alles Digitale macht immer wieder müde. Vor allem, weil viel Raum entstanden ist, in dem der Mensch sich verlieren kann. Die Masse an Information, Bildern und (oberflächlichen) Begegnungen verlangt nach Ruhephasen und einem Gegenpol. 

Die Suche oder gar Sucht nach echter Begegnung steigt nach der ersten und zweiten Phase der Erkundung von Neuland an.

  • Regionaler Bezug
  • manifeste (Kunst)Gegenstände
  • hochwertige Lebensmittel
  • ein gutes physisches Buch
  • das Einkaufserlebnis am Markt
  • Landwirtschaft hautnah

und – nicht zuletzt –

  • Kartoffeln frisch vom Acker, ach, nennen wir es doch einfach BEGEGNUNG – das alles wird nach und nach wieder hoch in den Kurs kommen.

Das alles sind Werte und aus meiner Sicht nicht nur Werte, sondern echte, harte Währung. Währung, die Sie besitzen.
Währung, die Sie gut aufbewahren und sinnvoll investieren sollten.
Und sinnvoller Invest ist nur möglich, wenn Sie präsent sind.
Mit dem, was Sie ausmacht.

Machen wir uns nichts vor, wir alle profitieren von der Digitalisierung im großen Ausmaß. Genauso wie wir tagtäglich herausgefordert sind uns in diesem Tohuwabohu von digitalem Datenaustausch und Information nicht zu verlieren.

Die Rolle der Kleinen ist dabei ganz groß!

Wenn Sie gerade an dem Punkt stehen, an dem Sie am liebsten jede Veröffentlichung rückgängig machen möchten und alles Digitale aus Ihrem Leben verbannen, denken Sie nochmal drüber nach. Sprechen Sie Ihren Bedenken offen an. Es lohnt sich, zu bleiben. Denn: Sie werden gebraucht.

Regina Westenthanner

Regina Westenthanner

westenthanner.media

Regina Westenthanner lebt und arbeitet in Niederbayern.

Sie unterstützt kleine Unternehmen&Kreativschaffende dabei, eine wirkungsvolle On-und Offline Präsenz aufzubauen.

Neue Wege beschreiten um Kunden zu erreichen?

  • Sie sind sich noch nicht ganz klar, ob Sie soziale Medien für sich und Ihr Unternehmen nutzen sollen
  • Sie wissen nicht, ob es sich für Ihre Angebotspalette lohnt, online präsent zu sein
  • Sie sind überfordert von den Möglichkeiten, die sich bieten

Lassen Sie das Land der unzähligen Fragen hinter sich, kommen Sie lieber in meine Sprechstunde.